Google Code-In ist ein Wettbewerb, der von Google veranstaltet wird und sich ausschließlich an Schüler richtet. Die Teilnehmer tragen bei diesem Wettbewerb zu vielen verschiedenen Open-Source-Projekten bei und können zahlreiche kleinere Aufgaben erledigen. Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren, die eine Schule besuchen. Insgesamt beteiligen sich 18 Projekte bei dem Wettbewerb. Darunter sind neben den beiden großen Desktop-Umgebungen GNOME und KDE auch openSUSE und FreeBSD vertreten. Hinweis: Der Artikel erschien bereits in der Dezember Ausgabe 2011 von freiesMagazin.

Aufgaben

Insgesamt gibt es für die Teilnehmer acht verschiedene Typen von Aufgaben zu erfüllen. In die Aufgabengruppen fallen nicht nur Programmieraufgaben, sondern auch Dokumentation, Qualitätssicherung und das allgemeine Lösen von Problemen. Des Weiteren können die Teilnehmer an Aufgaben arbeiten, die sich um Marketing und Community-Management drehen. Auch können Hilfestellungen bei der Benutzung eines bestimmten Projektes gegeben oder Problemstellungen zur graphischen Oberfläche bearbeitet sowie Übersetzungen vorgenommen werden.

Jede Aufgabe hat einen bestimmten Status. Bevor man die Arbeit beginnen kann, muss man eine offene Aufgabe finden und diese dann für sich beantragen. So ändert sich der Aufgabenstatus von „open“ zu „claim requested“, bis ein Mentor des Projektes die Aufgabe zur Bearbeitung freigibt. Dann ändert sich der Status zu „claimed“ und der Schüler kann mit der Arbeit beginnen. Für die Bearbeitung wird eine bestimmte Zeit vorgegeben, in der man seine erste Lösung abgeben muss. Der Mentor des dazugehörigen Projekts überprüft die Aufgabenlösung und kann eine weitere Bearbeitungszeit mit Verbesserungsvorschlägen vergeben, sodass Korrekturen an der Lösung vorgenommen werden können. Der Mentor kann die Aufgabe auch wieder zur Bearbeitung freigeben, wenn keine Lösung eingegangen oder etwas völlig Irrelevantes angekommen ist. Bei vollständiger Lösung markiert der Mentor die Aufgabe als vollendet.

Nach der ersten Vervollständigung einer Aufgabe seitens des Teilnehmers muss dieser sich mit vollen persönlichen Daten registrieren, sodass danach die Aufgabe als von ihm erledigt markiert werden kann. Danach kann er eine neue Aufgabe beantragen. Es kann immer nur eine Aufgabe zur selben Zeit beantragt werden.

Jede Aufgabe hat einen Schwierigkeitsgrad, mit dem auch gleichzeitig Punkte vergeben werden. Diese werden in die Grade „leicht“, „mittel“ und „schwer“ einsortiert. Je schwieriger oder aufwendiger die Aufgabe, desto mehr Punkte gibt es. Für schwierige Aufgaben gibt es vier Punkte, für mittlere zwei Punkte, und für leichte einen Punkt. Aus den erzielten Punkten wird dann ein Ranking erstellt.

Preise

Jeder Teilnehmer, der mindestens eine Aufgabe vollständig abgibt, bekommt einen Preis. Sofern er weniger als drei Aufgaben erledigt, bekommt er ein Google Code-In-T-Shirt und eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme postalisch überreicht. Für jede dritte erledigte Aufgabe winken 100 US-Dollar als Preisgeld. Maximal werden 500 US-Dollar Preisgeld pro Teilnehmer ausgezahlt. Die Anzahl der Aufgaben ist hingegen nicht limitiert, sodass jeder Teilnehmer so viele Aufgaben erledigen kann, wie er möchte. Neben dem T-Shirt und dem Preisgeld werden außerdem zehn „Grand Prize Winners“ gekürt. Diese Gewinner werden anhand des Rankings der erreichten Gesamtpunktzahl ermittelt. Die „Grand Prize Winners“ erhalten eine fünftägige Reise zu Googles Hauptzentrale in Mountain View in den USA und dürfen ein Elternteil als Begleitperson mitbringen. Im letzten Jahr wurden 14 „Grand Prize Winners“ gekürt.

Verlauf

Der Wettbewerb ist in verschiedene Zeitabschnitte unterteilt. Er startete bereits am 21. November 2011. Ab diesem Tag können die Schüler die ersten Aufgaben für die teilnehmenden Projekte beantragen, die die Open-Source-Projekte zuvor zur Bearbeitung freigegeben haben. Die erste Runde endet am 16. Dezember 2011, dann geben die Projekte erneut Aufgaben zur Bearbeitung frei. Google Code-In läuft am 16. Januar 2012 aus. Im Februar werden dann die „Grand Prize Winner“ in einem Blogpost genannt. Die Teilnehmer müssen nach Ende des Wettbewerbs ein Dokument von einem Elternteil beziehungsweise Erziehungsberechtigten unterschreiben lassen und in einem Formular hochladen, damit sie die Preise erhalten können.

Fazit

Google Code-In bietet für Schüler durch die vielfältigen Aufgabentypen einen sehr guten Einblick in Open-Source-Projekte. Durch verschiedene Schwierigkeitsgrade und eine breite Anzahl an Aufgaben können sie sich hervorragend einbringen. Gute Englischkenntnisse sind allerdings Voraussetzung, sowohl zum Verständnis der Aufgaben als auch zur Kommunikation mit den Mentoren. Für die deutschsprachigen Teilnehmer gibt es nur wenige Übersetzungsaufgaben zu erledigen, da häufig osteuropäische oder Übersetzungen für andere Sprachen gebraucht werden. Die Programmieraufgaben lassen sich in vielen Teilen nur mit sehr guten Kenntnissen der Sprachen lösen. Vor allem Python und C++ sind gefordert, da sie häufig Anwendung in Open-Source-Projekten finden. Schwierig ist es, diese Aufgaben neben dem Schulalltag zu erledigen, da der Zeitraum zur Erledigung einer Aufgabe teilweise sehr knapp bemessen ist. Nichtsdestotrotz bietet dieser Wettbewerb einen guten Einblick und Einstieg in Open-Source-Projekte für interessierte Schüler, die mit einem guten Preisgeld auch noch ihr Taschengeld aufbessern können.