Eigen- statt Fremdhosting!

Posted on Mo 28 Oktober 2013 in Web

Bis vor kurzem nutzte ich sehr viele externe Dienste. Viele meiner Daten lagen dabei häufig bei großen amerikanischen Firmen. Das dürfte auch bei vielen anderen der Fall sein. Besonders auf Grund der NSA-Debatte war es mir nun um so wichtiger, die nötigsten Dienste selbst zu managen.

Früher

Bis vor kurzem lagen meine privaten E-Mails mit meinen zwei Domains bei Google. Ich nutzte dafür Google Apps, welches damals noch kostenlos für Privatpersonen war. Es gab einige Einschränkungen in Hinsicht der Anzahl der Benutzerkonten, dies war für mich allerdings nicht relevant. Später gab es nur noch die Möglichkeit kostenpflichtige Google Apps Konten zu führen. Ich als „Altkunde“ konnte es allerdings weiterhin kostenfrei nutzen. Dort liefen also einige meiner E-Mail-Adressen. Funktionierte einwandfrei und ohne Probleme. War im Allgemeinen ziemlich zufrieden mit dem Service – ist ja schließlich Google. Ich nutzte von den vielen Funktionen allerdings nur den E-Mail-Dienst und sonst keine weiteren Dienste von Google Apps. Alle weiteren Dienste von Google, etwa Kalender, Kontakte oder Google+ liefen über eine normale Google Mail Adresse.

Weiterhin nutzte ich hin und wieder Dropbox. Wirklich viele Daten lagen dort nicht. Es diente hauptsächlich zur einfachen Synchronisation von Uni-Arbeiten zwischen Laptop und PC. Auf meinem Android-Smartphone nutzte ich zudem die App mit aktivierten Sofort-Upload bei WLAN-Verbindung, um meine geschossenen Fotos möglichst zeitnah und ohne großen Aufwand zu sichern.

Zusätzlich pflegte ich einige private Git-Repositorys bei Bitbucket. Diese Repositorys dienten hauptsächlich dafür, einige Artikel und Texte, die ich sowohl für freiesMagazin als auch für ubuntuusers.de schreibe, versioniert abzuspeichern. In einem weiteren Repository liegen die Daten und Artikel dieses Blogs. Für öffentliche Repositorys nutze ich übrigens ausschließlich Github.

Jetzt

Im Wesentlichen wollte ich unbedingt erreichen, dass meine E-Mails nicht mehr bei Google liegen. Im Idealfall wäre natürlich ein selbst aufgesetzter E-Mail-Server. Das wäre mir aber viel zu aufwändig auf Dauer, daher war dies eher nicht eine Option, obwohl ein vServer zur Verfügung steht.

Dirk Deimeke empfahl mit stattdessen uberspace.de. Da es dort einen kostenlosen Probe-Monat gibt, habe ich das mal schnell ausprobiert und war schon sehr erstaunt, was da so alles möglich ist. Es handelt sich bei uberspace um einen Shared-Hoster, wo man nicht nur einen simplen Webserver laufen hat, sondern auch SSH-Zugriff bekommt. Auch kann man dort seine E-Mails lagern. Als Web-Mailer wird roundcube verwendet.

Meine E-Mails von einer der beiden Domains hab ich dann recht fix auf uberspace übertragen. Einige Tage später folgten dann auch noch die Mails meiner anderen Domain. Das funktionierte relativ einwandfrei und ich hatte damit keine großen Probleme. Ich musste lediglich einige Filter definieren, damit entsprechende Mails in die richtigen Unterordner landen.

Damit wäre schon einmal der wichtigste Punkt abgehakt.

Zusätzlich zu den E-Mails ist auch dieser Blog mit auf die uberspace-Konto umgezogen. Da diese Webseite ausschließlich aus HTML-Dateien besteht, war das ebenfalls einfach möglich. Die Piwik-Installation wanderte ebenfalls rüber. Beides lag zuvor bei meinem vServer. Ein Umzug wäre streng genommen nicht unbedingt notwendig gewesen.

Im zweiten Schritt ersetzte ich Dropbox durch ownCloud. Die ownCloud Android App besitzt zwar nicht sehr viele Funktionen, meine geliebte „Sofot Upload“ Funktion von Fotos ist dort wenigstens verfügbar und das für 0,79€. Die wenigen Daten wanderten somit von Dropbox zu meiner ownCloud-Instanz. Meine gespeicherten Kontakte wanderten von Google ebenfalls zur ownCloud. Zur Synchronisation mit Android kommt hierfür die App CardDAV-Sync free zum Einsatz.

Damit wäre auch Punkt 2 abgehakt.

Uberspace bietet auch eine einfache Möglichkeit eigene Git-Repositorys zu hosten. Eine gute Anleitung dafür ist in ihrem Wiki enthalten. Meine Repositorys wanderten somit von Bitbucket zu uberspace.

Punkt 3: Check!

In Zukunft

Ein paar Dienste werde ich wohl ebenfalls noch umziehen. Dies wäre zum einen den Kalender von Google. Meine RSS-Feeds lagen ebenfalls lange bei Google, später dann bei Feedly und nun bei Dirks TinyTinyRSS-Instanz. (Danke dafür!)

Fazit

Der Wechsel vom Fremd- zum Eigenhosting war mir wichtig. Es ist zwar teurer, aber dafür hat man selbst die Kontrolle über die eigenen Daten. Da man bei uberspace den „Pay what you want“-Ansatz verfolgt, darf ich auch so viel zahlen, wie ich möchte. Auch mal ganz nett.

Einen vServer habe ich zusätzlich auch noch. Dort läuft nun nur noch ein OpenVPN-Daemon.

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